Fleisch von Fischen

Illustration Fisch und Fischfilet

Fische sind die am häufigsten für den Verzehr getötete Tierart. Das liegt neben ihrer im Vergleich geringen Körpergröße und damit einhergehenden niedrigeren Fleischausbeute pro Tier auch daran, dass sie in den Weltmeeren und Flüssen leben und dort nicht extra herangezüchtet werden müssen.

Der Anteil an „Zuchtfischen“, welche in speziell angelegten Aquakulturen herangezogen werden, steigt jedoch rasant an.

Die Aquakulturen sind vergleichbar mit den Massentierhaltungsfabriken bei den Landtieren. Hier werden sehr viele Fische zusammengepfercht, was für diese viel Stress und Qual bedeutet.

Das Töten ist sowohl bei wildlebenden Fischen als auch bei Fischen in Aquakultur äußerst grausam, da dies durch Kopfaufschlagen, durch einen oftmals unzureichenden Stromfluss oder durch hautreizendes Kohlendioxid geschieht.

Ausführliche Angaben zu den Lebensbedingungen von Fischen sind auf der Seite der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zu finden.

Statusbericht von Noah (17.10.2015 – † voraussichtlich 2016)

„Datum (19.01.2016)

Lieber Leser, liebe Leserin

am 17.10.15 wurde ich geboren und wann ich sterben werde, weiß ich nicht genau. Wird wohl nicht mehr so lange dauern. Ich lebe hier mit so vielen Artgenossen auf engstem Raum und immer wieder werden viele von uns herausgenommen, um uns dann zu töten und zu Lebensmitteln zu verarbeiten.

Manche werden früher herausgenommen, manche später, ist oft Glückssache. Aber eigentlich kann man nicht wirklich von Glück sprechen, wenn man nicht ins Netz geraten ist.

Denn das eintönige Leben, eingepfercht mit unzähligen anderen Fischen immer nur im Kreis zu schwimmen, die ständigen Krankheiten, die notdürftige Behandlung mit Antibiotika, welche mich nur am Leben hält, aber nicht heilt, ist kein schönes Leben. Besonders traurig macht mich der Umstand, dass viele Menschen glauben ich hätte keine Gefühle.

Dabei kann selbstverständlich auch ich mich freuen sowie Glück, Trauer und Schmerz empfinden. Ich erkunde gerne die Flüsse und Meere und spiele gerne mit meinen Freunden und meiner Familie, aber in der Aquakultur geht das alles leider nicht.

Ich kommuniziere manchmal mit meinen Artgenossen, die in Freiheit leben. Auch sie müssen jeden Tag in Angst leben in einem riesigen Fangnetz herausgezogen zu werden und qualvoll durch Ersticken oder Erfrieren zu sterben.

Aber immerhin können sie solange frei leben und sie haben mir erzählt, dass immer mehr Menschen erkennen, was für wundervolle Lebewesen wir sind und immer mehr auf leckere pflanzliche Fischalternativen umsteigen, damit wir nicht mehr leiden müssen.

Und ich glaube auch daran, dass Menschen wundervolle Lebewesen sind, ganz gleich, dass ich tagtäglich auch ihre dunklen Seite miterlebe.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Mitgefühl eines Tages siegen und unserem Leid ein Ende machen wird. Ich werde es leider nicht mehr erleben, aber mein Herz erwärmt sich allein bei dem Gedanken wie alle Lebewesen friedlich auf der Erde auf sich gegenseitig Acht geben und die schönen Seiten des Lebens genießen können.

Damit dies schneller geschieht, möchte ich dich bitten von uns nicht mehr in Tonnen zu sprechen, wie es in euren Medien leider der Normalfall ist. Eine Tonne ist eine Gewichtseinheit und unpersönlich, wir Fische sind aber Individuen und beeindruckende Persönlichkeiten!

Vergiss mich nicht!

Noah“